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Product Management

Organisationstalent; Kommunikations- und Verhandlungsgeschick; Praxiserfahrung in Marketing, Statistik, Marktforschung und Datenanalyse; Verständnis von Game Design, Spieleentwicklung und Monetarisierung

Typische Aufgaben

Product Managerinnen und Manager sind in den Spieleunternehmen die Schnittstelle zwischen Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb. Sie definieren die geschäftlichen Ziele, die mit den Spielen erreicht werden sollen, z.B. die gewünschte Anzahl an Verkäufen oder zufriedenen Spielerinnen und Spielern. Gemeinsam mit allen Abteilungen arbeiten sie dann daran, das Spiel so weiterzuentwickeln, dass sie diese Ziele auch erreichen. Dabei treffen sie Entscheidungen hinsichtlich der weiteren Produktentwicklung und Vermarktungsstrategien anhand von erhobenen Nutzungs- und Marktdaten und sorgen so für optimale Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg des Spiels.

Ausbildungsberufe & Studiengänge

u.a. Medienkaufmann, Mediendesign, Wirtschaftswissenschaften, Medienmanagement, Game Design, Medieninformatik, Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften
Interview

Die Stimme des Spiels

Frederik Hammes ist Game Director bei Travian Games.

Formal führte Frederiks Weg in die Branche über ein BWL-Studium. Doch nach seinen eigenen Worten begann seine Ausbildung 1985 mit „Zaxxon“ (C64).

Was genau sind deine Aufgaben als Game Director?

Im Groben sind es drei Aufgaben: Zum einen bin ich für die Titel zuständig, die von unseren Tochterstudios entwickelt werden. Eine Art übergeordneter Product Manager, wenn man will. Uns ist der Spagat zwischen individueller Handschrift der Studios auf ihren Produkten und bestmöglicher Nutzung zentraler Infrastruktur sehr wichtig. Dazu passend bin ich für unsere sogenannten Serviceabteilungen zuständig, die den Spielen bei der Entwicklung mit Rat und Tat zur Seite stehen: Games User Experience, Localisation und Art Direction. Daneben bin ich noch eng in eine sehr spannende interne Neuentwicklung involviert.

Was reizt dich an Deinem Job?

Mit Menschen an der Verwirklichung einer Vision zu arbeiten. Klingt kitschig? Ist aber so. Die wenigsten sind in der Games-Branche, weil Versicherungen gerade niemand einstellen. Man kann und muss sich zwar viel mit Zahlen, KPIs, Budgets, Strategien und Plänen beschäftigen. Auf was es am Ende aber immer wieder hinausläuft, sind Menschen, Teams und deren Vision von einem Produkt, das Menschen unterhalten soll. Da macht es keinen Unterschied, ob Ein-Mann-Handygame oder 200-Personen-Mammutprojekt.

Was sollte ein Product Manager mitbringen?

Das Gleiche was einen Journalisten auf seinem Feld auszeichnet: er hat von allem etwas Ahnung, aber von nichts richtig. Dafür gibt es Experten. Weil man gerade bei Onlinegames als Product Manager eine sehr zentrale Stelle innehat, besteht der Job darin, Informationen und Leute maximal effektiv zu verknüpfen. Man hat eine Idee, gibt eine KPI-Analyse in Auftrag, deren Ergebnis die Richtung eines neuen Features für die Designer vorgibt. Ist der Community Manager mit dem Stimmungsbild der Kernspieler bis zum Producer durchgedrungen, damit dieser das Bugfixing priorisiert? Ist die Vision des Spiels noch scharf genug? Im Chor der vielen Mitwirkenden ist man die Stimme des Spiels selbst, das unterhalten will, sich vermarkten will, gut aussehen will, lange überleben und Nachfolger zeugen will. Je kleiner das Team, desto mehr Aufgaben muss der PM übernehmen.